Teufelsloch, Lettenwinkel von Oberwaiz
Share:

Teufelsloch, Lettenwinkel von Oberwaiz

Warum nur in die Ferne schweifen?

Denn das Gute liegt so nah. Manchmal kommen solche Sprichwörter nicht von ungefähr. Oft habe ich meinen Blick zu weit schweifen lassen und habe die kleinen Sehenswürdigkeiten oft nicht auf dem Schirm gehabt. Dank vieler Wanderbücher und einem Foto von meinem Freund Roland, das mich total fasziniert hat, ging es für mich hinter Bayreuth nach Oberwaiz. Hier liegt das Naturgeotop Teufelsloch. Die Route ist gerade mal 7km lang und landschaftlich ein Traum und beinhaltet so manche Highlights.

Vorbereitungen und Kinderwagentauglichkeit

Wirklich fiel zum Vorbereiten gab es nicht, da hier eine normale Grundkondition und Trittsicherheit neben festem Schuhwerk reicht. Gerade der Abstieg ist auf Grund Laub und Nässe in der kühlen Jahreszeit und im Winter etwas rutschig. Es ist zwar ein Handlauf vorhanden, aber dennoch braucht es einige Vorsicht. Für die Hunde gibt es genug Trinkmöglichkeiten und zum Schnüffeln. Die Strecke wird vor allem im Sommer sehr stark frequentiert und es kann immer wieder zu Hundebegegnungen kommen. Freilauf ist hier so gut wie nicht möglich. Leider ist die Route nicht Kinderwagentauglich auf dem ersten Teilstück durch die Schlucht. Dadurch kann hier nur eine Empfehlung für Tragehilfen ausgesprochen werden.

Wie immer hier noch die Gesamtübersicht:

gefolgt vom Höhenprofil:

Los geht’s ab Oberwaiz

Der Startpunkt dieser Tour liegt etwas hinter Oberwaiz / Eckersdorf beim Parkplatz zur Waldhütte. Direkt nach der Brücke sind einige Parkbuchten auf der rechten Seite. Hier haben wir uns fertig gemacht und sind auch gleich los. Direkt bei der Bogenbrücke ist auch schon der Abstieg ins Teufelsloch. Diese relativ enge Schlucht, durch die sich ein Trampelpfad schlängelt, und dabei mehrmals auf Stegen den Bach überquert ist gekennzeichnet durch das schwarze V auf gelben Grund. Direkt nach dem Abstieg über einige rutschige Stufen sehen wir auch schon das erste Naturwunder hier. Leider war auf Grund des heißen Sommers, der Wasserfall nur ein kleineres Rinnsal.

Über 7 Brücken muss du gehen

Das Naturschutzgebiet, welches bereits 1941 zum Naturraum Obermainisches Hügelland ausgewiesen wurde, zeichnet sich auf dem Weg durch beeindruckende haushohe Steinblöcke aus, die den Weg links und rechts säumen und damit ein Gefühl der Enge hervorrufen können. Das Teufelsloch war, auf Grund seines wildromantischen Erscheinungsbildes, bereits im 19. Jahrhundert beliebtes Ausflugsziel. Auch Richard Wagner ist den Aufzeichnungen in Cosimas Tagebuch zufolge öfters hier gewesen und kehrte in der Waldhütte ein. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde schließlich die zweibogige Sandsteinbrücke gebaut, die die tiefe Schlucht überspannt und die Zufahrt von Oberwaiz zur Ausflugsgaststätte Waldhütte ermöglicht. Nachdem wir die letzte Brücke überschritten hatten, folgten wir dem Wanderweg nach Nordosten.

Die Wanderung durch den Wald

Von hier ab schlängelt sich der Weg durch einen offenen Wald, bei dem Fichten den Baumbestand dominieren, aber es sind auch einige Tannen sowie Laubbäume (hauptsächlich Erle, Buche, Eiche) zu sehen. Hier kann es durch aus sein, dass man Reitern begegnet, obwohl die Wege für jene eigentlich gesperrt sind. Nach gut 2 km bogen wir links ab auf eine langgezogene Steigung, die fast den Namens Himmelsleiter verdient hätte. Hier wird einiges an Kraft abverlangt, wenn man zügig hochkommen möchte. Am Ende der Strapaze ging der Weg links ab und wir folgten diesem mit dem Verweis nach Oberwaiz. Somit ging es schon wieder auf den Rückweg.

Der Teufel steckt nicht nur im Detail, sondern auch in der Wand

Nach einer kurzen Wegstecke lockte links ein Abzweig zum Lettenwinkel. Hier wusste ich von Roland, dass dies das Ziel meiner Reise sein würde. Nach 300m standen wir vor einem Felsen mit einer Teufelsfratze und Inschriften. Diese in der Rhätsandsteinkante stammten von lettischen Angehörigen der Labor-Service-Einheit der US-Army, die überwiegend mit Wachaufgaben betraut waren und in den Nachkriegsjahren zu Übungen im Forst stationiert waren. Neben der Jahreszahl 1949 finden sich eine ausgemeißelte Teufelsfratze, die Namen der Wachsoldaten und der Name der Kompanie, der auf einen lettischen Fürsten zurückgeht. Auch die Bezeichnung „Teufelsloch“ wurde in lettischer Sprache („VELNA ALA“) im Felsen verewigt. Sehr beeindruckend, muss ich zugeben.

Von hier aus waren es noch ca. 800m bis zum Auto und die tolle Tour ging zu Ende.

zum Abschluss hier noch die GPS Daten bei Komoot und das Video der tollen Wanderung. Gerne dürft ihr mir auf Komoot auch folgen und alle Touren erleben, die hier im Blog nicht erwähnt werden.

Euer Michl