Shakespeare

„Am Anfang war das Wort“ heißt es irgendwo im Alten Testament und das hieß bei mir altem Mann immer: „Nein“. Ich wollte eigentlich nie einen Hund… Meine Katzen Romeo und Julia waren meine kleinen Babys, ich habe sie vom Kitten-Alter an aufgezogen, sie kamen mit ca. 14 Wochen zu mir. Und dann kam die Situation als ein damals befreundetes Pärchen einen Urlaub gebucht hatte und ihre Labrador-Hündin Amy rein zufällig trächtig wurde. Was dann folgte, war wie im Staffelfinale einer Serie: Der kleine Welpe passte zu mir und dem Rest der Rasselbande… Schwarz mit weißer Pfote und weißer Brust… ein Pendant zu den anderen Fellträgern… und somit war der Name Shakespeare sofort klar, welchen ich auch als Tattoo am Herzen trage. Er war der letzte aus dem Wurf und nur 3 seiner 5 Geschwister überlebten. Nun wurde er im Juni bereits 3 Jahre… und ab und an ist der Welpe noch zu erkennen 😉 Mein liebevoll „Arschkeks“ genannter Hund ist kastriert und körperlich fit, sehr aufmerksam und der Blick typisch: „treudoof“.

Erzogen ist mein Lauser hinsichtlich Familie toll und er kommt mit Leila prima zurecht. Trainingsdefizit bei ihm ist eindeutig die soziale Ader was andere Hunde angeht. Hier habe ich beim Erziehen viel verschlafen, aber wir sind nun auf einem tollen Weg durch die Methode „Klick für Blick“. Beim Freilauf ist er eine Granate. Er zündet sofort den Rückwärtsgang beim Abruf, aber, wie bei Granaten häufig der Fall, gibt es hier und da mal einen Blindgänger, wenn zum Beispiel ein Hase hoppelt oder ein Reh durch das Feld spring. Das schwimmen musste ich ihm erst einmal beibringen, da er Angst vorm Schwimmen hatte seit ein 40-kg-Schäferhund ihn als Welpe untertauchte. Da hieß es viel ruhiges Arbeiten und gemeinsam mit ihm ins Wasser. Jetzt ist er rassegemäß eine Wasserratte und liebt das lange ausgiebige Plantschen.

Zu seinen Eigenschaften zählt neben Verspieltheit und Kuscheln vor allem die bedingungslose Zuneigung, die er mir als Herrchen schenkt, und dieses Gefühl ist einfach toll. Durch das Kennenlernen von Jana und Leila kam ich mit Barf in Berührung, welches uns recht schnell prägte, vor allem hinsichtlich artgerechter Ernährung und auch finanziell. So stiegen wir auch vollumfänglich um. Hier kann ich von Glück reden, das er Retriever-typisch als Staubsauger alles verträgt. Somit ist es fast ein Traum, zum ortsansässigen Metzger gehen zu können, um frisch geschlachtete Rinderteile zu holen und selbst zu verarbeiten, auch als Leckerlies. Egal ob Rind, Schaf, Pferd oder Geflügel… Alles was oben reinkommt, kommt sicherlich gut verdaut… ähh ja…

Auch Experimente konnte ich dank eines befreundeten Jägers erleben. So erhielt ich einen ganzen Rehkopf mit allem – ja, auch Zunge, Augen, Gehirn und Zähne – welches alles verputzt wurde ohne Beeinträchtigung. Für nächstes Jahr liegt noch ein ganzer Feldhase im Gefrierschrank. Auch hiervon werde ich berichten, aber ohne Bilder… zum Wohle aller.

Was uns beide am meisten prägt, ist aber eines: Er ist er mein Seelenhund… Wir kriegen die Hunde, die wir brauchen und nicht die, die wir wollen und das Sprichwort trifft voll zu. Nach einigen Schicksalsschlägen wäre ich ohne seine Unterstützung und seinem Blick zum Dahinschmelzen nicht dort, wo ich bin, oder gar noch unter den Lebenden. Er hat mich aus tiefen Seelenlöchern herausgezogen und mich stark gemacht. Auch als mein Vater unvermittelt und überraschend vor 3 Jahren verstarb, war er hier bei mir und ist nicht gewichen. Als Team sind wir stark… und so lange sein Lieblingsball, Gerda-Giraffe, Dino-Dinosaurier oder Klara-Kuh dabei sind, oder ein Gewässer uns begleitet, er geht den Weg an meiner Seite. Und wenn er nachts nicht auf meinen Füßen liegt, fehlt was, trotz der 30kg. Und seit ich gesehen habe, wie liebevoll er mit unser Tochter umgeht, weiß ich, er ist der Familienhund der Emilie lieben und schützen wird, seit der ersten Sekunde als unsere Zaubermaus aus dem Krankenhaus heim durfte und er das erste Mal ihren Duft schnuppern durfte. So ist er beim Wickeln immer wieder mit dabei, und wenn sie schreit gehen seine Ohren immer mit.

Und im großen „Rudel“ mit Jana, Emilie und Leila geht er voll und ganz auf. Wer weiß, wohin uns unser Weg noch bringen wird. Wer weiß, welche Geschichten wir noch gemeinsam erleben werden als Team, egal was kommt, er ist treu an meiner Seite… Die Liebe eines Seelenhundes ist bedingungslos!