Rundweg um die Kapelle im Felsen
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Rundweg um die Kapelle im Felsen

Nach einigen Anläufen war es endlich mal an der Zeit, mit meinem langjährigen Freund Roman gemeinsam auf die Tour zu gehen. Auf Grund der Temperaturen und der Tatsache das er noch arbeiten musste, entschieden wir uns als Zeitpunkt für Spätnachmittags und eine Länge von etwa 10km. Ein Augenmerk war natürlich die Kinderwagentauglichkeit, welche hier voll gegeben ist. Für die Hunde ist es wichtig, hier bei der Hitze Wasser mitzuführen, da die Bäche größtenteils ausgetrocknet waren. Unser Startpunkt war in der kleinen Ortschaft Höhengau, wunderschön gelegen zwischen Gebenbach, Hirschau und Amberg. Es ist keine große Kondition von Nöten, da die Steigungen sehr human sind und die Weg sehr oft durch Wälder oder an Waldrändern entlang führt. Somit ist es eher was für den Sonntagnachmittag.

Wie gewohnt hier erstmal die Übersicht:

und hier wie immer das Höhenprofil:

 

Auf zur Kehlkapelle

Nach dem Start an dem kleinen Parkplatz ging es an der wunderbar angelegten kleinen Kirche „zum gegeißelten Heiland“ vorbei rechts hinab auf dem Wanderpfad mit dem roten Kreuz auf weißem Grund, auf geschottertem Weg hinein in den Wald. Zur Rechten vorbei an Bienenstöcken und Wiesen zur Linken, erreichten wir nach knapp 600m das erste Highlight der Tour: Die Kehlkapelle! Die im Jahr 1749 von Georg Winkler im pyramidenförmigen Sandsteinblock gebaute Kapelle war früher ein Wallfahrtsort mit Opferstock. Die Nische über dem Altar diente zur Aufbewahrung eines holzgeschnitzten Bildes und die Aushöhlung unter dem Altar war dem heiligen Grab vorbehalten. 24 Quadratmeter groß und fast 2 Meter hoch erhebt sich dieser „Teufelsstein“ neben einer Kreuzigungsszene und zwei Bildsteinen für die selige Irmengard und den Bruder Klaus. Nach einer kurzen Besichtigung des verschlossenen Innenraums ging es auch schon weiter.

Zur Wallfahrtskirche auf dem Mausberg

Der Wanderweg geleitete uns durch den idyllischen Wald und über eine Brücke dessen Bachbett leider trocken war. Hier hielten wir uns aber nicht an die Wandermarkierung links rum, sondern rechts. Es folgten noch 2 Brücken die wir bergauf querten. Hier bitte um größte Vorsicht, da die zweite locker ist und nach rechts kippt. Gerade mit Kinderwagen und Kindern ist hier die Unfallgefahr recht groß. Ich habe bereits eine Mail an die Gemeindeverwaltung geschrieben mit dem Hinweis auf Reparatur. Nach dem Erreichen des Waldrandes hielten wir uns an der Gabelung links um Richtung Mimbach zu wandern. Vorbei an einem Bildstock gewidmet der hl. Maria ging es bergab in die Ortsmitte um hier wieder auf den Wanderweg mit dem roten Kreuz zu stoßen, dem wir rechts folgten. Vorbei an Angusrindern durchschritten wir die das hübsch gelegene Mausdorf, welches am Ortschild auf spielende Mäuse aufmerksam machte, und zum langsam fahren aufforderte. Wir fanden die Idee echt putzig und wanderten auch in Schrittgeschwindigkeit weiter 🙂 Nach etwa 150m ging es links dem Wegweiser folgend Richtung Mausberg, erneut durch einen kühlen Wald auf breitem Forstwege. Nach insgesamt etwa 4,5 zurückgelegten Kilometern erreichten wir die Wallfahrtskirche auf dem Mausberg. Über den Ursprung der Wallfahrt wird sich folgendes erzählt:

Die Herkunft des Namens Mausberg ist die gleiche wie des zehn Minuten entfernten Dorfes. Wir finden den Mausberg urkundlich schon 1391, das vom Hochstift Regensburg dem Amberger Bürger Georg Kastner mit allem Reutzehent aus den Weinbergen zu Amberg, vom Mausberg bei Gebenbach und im Burgfeld auf Lebtag belehnt wird. Man schreibt das Jahr 1700. Der 56jährige Gebenbacher Pfarrer Sebastian Grün reitet zur Abendzeit, wahrscheinlich von seiner Filiale Poppenricht kommend, nach Hause. Am Mausberg, wo heute die Kirche steht, damals aber „ein Kleines Frauen biltiein in steinfelsen“ ist, stürzt der alte Herr vom Pferde, bleibt aber nach Anrufung der Gottesmutter „durch Mariae Vorbitt unverletzt erhalten“. Zum Danke für die wunderbare Hilfe lässt Pfarrer Grün in den Felsen, an dem das Bild gehangen, eine kleine Kapelle aushauen und überwölben. Darin stellt er ein hölzernes Bild der Schmerzhaften Mutter auf.

Über Feld und Flur zurück

Vor hier aus hatten wir einen tollen Blick auf Gebenbach im Norden und wir gingen die Straße hinab vorbei am einem wundervoll gestalteten Kreuzweg. In einer Station befand sich ein Wespennest, das meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Vorbei an gemütlich im Gras liegenden Rindern mit Kälbern ging es rechts ab auf den Wanderweg mit dem Logo MW für „Mausberg-Wallfahrtsweg“. Wir folgen den Feldern mit jungen Weizen und Hafer bergan, bis sich Leila genüsslich in einem jüngst gemähten Wiese wälzte. Man sah ihr die Glückseligkeit richtig an. Der Blick reichte oben auf dem „Lerchenberg“ bis zum Monte Kaolino (Hirschau) im Osten und dem Maria Hilfberg im Süden (Amberg). Für das Einzugsgebiet ist der Sandberg eine Touristenattraktion. Da Kaolin für die Herstellung von Porzellan unerlässlich ist, ist der der Quarzsand welcher als Abfallprodukt dabei entsteht, hier auf 120m Höhe aufgehäuft worden. Unterhalb befindet sich ein Freibad mit Sandskistrecke, Hochseilgarten, Inlinerstrecke, Sommerrodelbahn, Adventuregolf usw., der jährliche viele Menschen aus Nah und Fern anzieht. Weiter ging es Richtung Steiningloh wo man Reste von Kultplätzen und Gräberstätten aus der Hallstattzeit gefunden hatte zurück Richtung Auto. Eine Schrecksekunde hatten wir noch, als ein Reh keine 2m vor uns aus dem Wald brach und über den Weg lief …. hier waren die Hunde mehr erschrocken und verdutzt als das der Jagdinstinkt einsetzen hätte können. Natürlich musste erstmal hinterhergejault und nachdem das Reh außer Sicht war, der Weg ausgiebig abgeschnüffelt werden. Dann ging es ohne Zwischenfälle zurück nach Höhengau, wo es ausgiebig Zeit war zum Trinken, zum knuddeln und zum Zecken einsammeln. Roman und ich verabschiedeten uns und wir waren uns einig: die nächste Tour findet nächste Woche statt… Somit heißt es wieder: Michl, such ne Route 🙂

Auf dem Heimweg hielt ich kurz in Kleinschönbrunn und ließ Leila und Shakespeare in der Vilsquelle baden und abkühlen, bevor es endgültig nach einer schönen Tour nach Hause ging.

Wie gewohnt findet ihr hier die GPS-Daten.

Hiermit möchte ich bzw. wir uns heute von euch verabschieden und wünschen viel Spaß beim Nacherleben und beim Video schauen.

Euer Michl