Leila stellt mein Leben komplett auf den Kopf…
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Leila stellt mein Leben komplett auf den Kopf…

Im Portrait zu Leila habt ihr erfahren wie sie zu mir kam, warum es ausgerechnet Leila wurde. Ihr habt das Portrait noch nicht gelesen? Dann bitte > hier entlang.

Im ersten Jahr wuchs Leila zu einer äußert frechen Hündin heran, im Spiel zwickte sie sehr stark, wurde ich laut und hinderte sie daran, wurde sie nur noch aufgedrehter oder wütender.

Sie ging kaum spazieren, nicht weil ich keine Zeit hatte, nein, sie hatte Angst, die Einfahrt zu verlassen. Ich nahm sie auf den Arm und trug sie einige Meter und setze sie wieder ab, sie ging ein paar Schritte und wollte dann aber unbedingt wieder dorthin zurück wo wir her gekommen waren.

Außerdem war Leila lange nicht sauber, es dauerte tatsächlich ein ganzes halbes Jahr, bis sie endlich stubenrein war. Wir gingen auch in eine Hundeschule, in die Welpenstunde, wir fingen an als Leila 12 Wochen alt war. Wir kamen vielleicht ein bisschen besser klar, aber das Wahre war es nicht.

Ich konnte sie nicht lieb haben

Leila entwickelte sich regelrecht zu einer Hündin, die ich einfach nicht lieb haben konnte. Sobald ihr etwas nicht passte, ich sie nicht das machen ließ, was sie gerne gehabt hätte, oder sogar nur einen anderen Spazierweg eingeschlagen habe, sprang sie an mir hoch, zwickte mich in den Arm, legte sich hin und streikte einfach. Wir kamen so nicht weiter. Ich war verzweifelt. Zudem kam meine Mama mit dem Hund besser klar als ich, ich fragte sie, was sie anders machte, setzte das um, aber es wurde einfach nicht besser. In der Hundeschule fing ein neuer Kurs an, ich meldete mich an und erläutere ihr nochmal meine Probleme.

Ich sollte ein „Tabu-Wort“ aufbauen, sie in den Hals zwicken und einen bösen Blick aufsetzen, äh, ja…, ich glaube ihr wisst, wie das endete. Leila hatte noch mehr Wut in sich und sie zeigte mir sehr deutlich, dass ihr das nicht gefällt.

Ich weinte wirklich viel… ich wusste nicht mehr weiter. Sie war einfach eine richtig fiese Hexe!

Durch eine Bekannte von mir kam ich auf eine andere Hundeschule, ich probierte es und habe sie angerufen. Sie kam zu mir nach Hause und ich schilderte unser Problem. Sie zeigte mir erste Schritte, wie wir unser Problem in den Griff bekommen könnten. Diese Trainerin arbeitete ausschließlich mit positiver Bestärkung und mit einem Marker (Klicker oder Wort).

Ich glaube wir sind an einen Engel geraten…

Ich konnte binnen kurzer Zeit schon erste Erfolge erkennen, ich war so begeistert. Diese Trainerin bot auch Alltagskurse in unserer Nähe an. Wir trainierten also nicht an einem festen Hundeplatz mit eingezäuntem Bereich, nein, wir waren direkt im Alltag: im Wald, auf der Wiese, in der Stadt, auf Parkplätzen und in Situationen, die mit Ablenkungen verbunden sind.

Leila ist nun 4,5 Jahre alt, jetzt und heute kann ich sagen: Ich war zu blind und zu unerfahren, um diesen Hund führen und lesen zu können. Mein Hund war schlimm, definitiv!! Heute verstehen wir uns blind.

Mit den Jahren, in denen ich meinen Hund immer besser kennenlernen konnte, stellte sich auch heraus, dass sie eine Verhaltensstörung aufgrund ihrer Hormone zeigt, nach langer Absprache mit unserer Trainerin und Tierärztin haben wir sie kastrieren lassen müssen. Dann war sie auch wieder bereit Neues zu lernen und Altes zu vertiefen.

Wir sind noch lange nicht am Ziel, Leila ist noch immer eher ein Rohdiamant, der noch geschliffen werden möchte.

Leila ist mein Spiegelbild

Leila liebt ausgedehnte Spaziergänge über Stock und Stein oder sich einfach bei schlechtem Wetter in den Matsch zu legen. Aber eine ihrer Lieblingsbeschäftigung: BUDDELN !!! (hier und da erwischt sie auch eine Maus)

Ja, sie wird gebarft…

Daheim zieht sie sich gerne zurück, kommt nur selten zum Kuscheln.

Mit unserer Tochter Emilie kommt sie gut klar, aber eigentlich interessiert es sie auch nicht.

Seit Shakespeare an ihrer Seite ist, hat sie sich nochmal zum Positiven entwickelt und ich bin gespannt wo die Reise uns noch hin führt.

Alles in Allem muss ich feststellen, dass Leila nicht mein Seelenhund ist, aber sie ist MEIN SPIEGELBILD und ich möchte sie keine Sekunde mehr missen!