Egerquelle, Rudolfstein und 3-Brüder-Felsen von Bischofsgrün
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Egerquelle, Rudolfstein und 3-Brüder-Felsen von Bischofsgrün

Fichtelgebirge, aber wohin?

Im Schnee wandern ist ja immer verlockend. Besonders im Fichtelgebirge auf Grund der Vielzahl von Sehenswürdigkeiten auf doch recht kurze Distanz. Aber wohin sollte es wohl heute gehen? Viel wollte ich den Hunden nicht zumuten, somit sollten es ungefähr 13km werden. Wo wir schon ewig nimmer waren, war die Egerquelle. Auch wollte ich diesmal nicht zu den Hauptattraktionen und entschied mich für den Rudolfstein und den 3-Brüder-Felsen, der auch sonst nicht stark frequentiert wurde. Route kurz im Kopf zusammengesucht und los ging es.

Vorbereitungen und Kinderwagentauglichkeit

Viel mussten wir nicht vorbereiten. Handtücher im Auto für das Abtrocknen ist aber ein muss, da die Nässe sich beim Sitzen im Auto ohne Bewegung rheumatisch auswirken kann. Bitte dies immer beachten wenn möglich. Ansonsten nur Geschirr und 2m Leinen oder Schleppleinen. Freilauf ist möglich, aber auf Grund von etwaigen unsicheren Hunden würde ich drauf verzichten, da viele Kurven nicht einsehbar sind. Kinderwagentauglichkeit kann ich bescheinigen, wenn dieser geländegängig ist. Ich würde hier aber auf Grund zweier kurzer, wurzeliger Teilstücke eher zu Tragen oder Kraxen tendieren wenn der Nachwuchs mitsoll. Im Sommer gibt es genug Quellen und Bäche und auch Rastmöglichkeiten.

Wie immer hier noch die Gesamtübersicht:

gefolgt vom Höhenprofil

Startpunkt nahe Bischofsgrün

Der Wanderparkplatz liegt direkt an der Straße von Bischofsgrün nach Weißenstadt und geht nach ca. 1,5 km links hinein. Nachdem man die Abfahrt recht gut verpassen kann, hier noch schnell die Koordinaten 50°03’32.3″ 11°49’41.7″. Hier befindet sich ein recht schöner Parkstreifen und ab ging es auch schon gen Norden. Wir überquerten den Kroppenbach und kamen an einen Fünfsprung. Hier gingen wir geradeaus und bogen nach Rechts ab und kamen wieder an die Hauptstraße und gingen links auf dem Tischweg. Nach 500m zweigte der Weg nach rechts ab und wir folgten dem Schild zur Quelle welche wir nach 10 Minuten erreichten.

Die Egerquelle

Hier entspringt einer der wichtigsten Zuflüsse der Elbe, welche dann in Tschechien bei Litoměřice in die diese mündet. Der deutsche Gewässername hat indogermanische Wurzeln: Die erschlossene germanische Vorform Agriā hat in etwa die Bedeutung‚ der stark strömende, wilde Fluss. Lange Zeit genügte ein einfacher Stein mit der Inschrift „Egerquelle 1850“. Die heutige Quellfassung von 1923 (eingeweiht 1924) geht auf die Initiative der böhmischen Stadt Eger zurück. Unmittelbar südlich der Quellfassung ruht ein rechteckiger Granitblock auf zwei Steinwürfeln mit der Inschrift:

Als der Knabe kam zur Eger:
„Eger, sprich, wo eilst du hin?“
„Zu der Elbe“, rauscht es reger,
„Zu der Elbe muß ich zieh’n!“
Als der Knabe kam zur Elbe,
war die Antwort inhaltsschwer;
Donnernd braust zurück dieselbe:
„Und ich muß ins deutsche Meer!“

Die Quelle lädt mit seinen Bänken und den schattigen Bäumen immer wieder zum Verweilen ein.

Der Zinnbach

Wir verließen die Quelle nach links auf der breiten Flurstraße und kamen erneut an die Hauptstraße nach Weißenstadt, diese querten wir um uns weiter rechts gleich wieder auf den Wanderweg zu begeben. Dieser führte uns südöstlich bergauf und an der großen Kreuzung nach links. Bei KM4,5 verließen wir die breiten Straßen und folgten dem verschlungenen Wanderweg durch den Wald. Hier bitte bei schlechtem Wetter etwas aufpassen, da der Abstieg nicht breit ist und keine Haltemöglichkeiten an der Böschung nach rechts unten ist.

Von hier aus konnten wir schon den Zinnbach erkennen, der an einer alten Weißenhaider Mühle vorbei fließt. Etwas nördlich der Mühle liegt am Nordhang des Schneebergs das Quellgebiet der alten Eger. Dort soll der eigentliche Egerzulauf seinen Ursprung haben, wurde aber aus Bequemlichkeit lieber in der neuen, leichter zu erreichenden Quelle gefasst.

Der Rudolfstein

Nach dem Queren des Baches über eine Brücke ging es erst östlich um später bei KM6,7 nach Süden abzuweichen und immer bergauf zu wandern. Hier waren auch schon die Wanderschilder mit dem Rudolfstein, Rudolfsattel und Kreuzstein angeschlagen. Kurz vor dem Gipfel kamen wir an dem Kletterfelsen Schallmauer vorbei der eine Höhe von etwa 10-12m aufwies und bei guten Wetter immer wieder gut besucht wird. Keine 5 Minuten später standen wir auch schon vor der Treppe zum Aufstieg auf dem Rudolfstein auf dem Höhenweg mit 866m ü. NN.

Die Wollsackverwitterungen hier sind echt bizarr bis total faszinierend. Die Treppe hier rauf besteht seit 1890 und von der kleinen Burg, welche hier gestanden hat, ist nichts mehr zu sehen. Sie wurde wohl im Jahr 857 von Pfalzgraf Rudolf erbaut, von dem der Felsen wohl auch seinen Namen hat. Vom Aussichtspunkt hätten wir einen tolle Sicht auf den Weißenstädter See gehabt, aber das Wetter war uns nicht wohl gesonnen.

Der Drei-Brüder-Felsen

Wieder zurück zur Schallmauer bogen wir links ab auf dem Wanderweg zu den Drei-Brüder Felsen welche wir auf 840m Ü.NN auch erreichten. Dieses als Naturdenkmal geschützter Felsen war recht beeindruckend und man kann die Sage über deren Entstehung schon erfühlen. Demnach handelt sich bei den Felsen um drei versteinerte adelige Brüder, die hier auf der Flucht vor Raubrittern von einem bösen Geist versteinert wurden. Klar, nur eine Legende, aber irgendwie so romantisch wie die gesamte Landschaft hier oben.

Kleines Backöfele

Auf dem folgenden Weg befindet sich rechts im Wald das kleine Backöfele auf dem Rudolfsattel. Bit einer Türe, die an eine Backröhre erinnert, sieht das Ganze noch mehr wie ein Backofen aus, wie der große Bruder auf dem Schneeberg. Hierbei dürfte es sich aber um einen Aufbewahrungsort für Sprengstoff gehandelt haben. Nachdem es hier aber keinen Steinbruch oder ein Bergwerk in der Nähe gibt, erklärt es sich wie folgt, dass Förster diesen Sprengstoff zur Wegebau benötigten. Hier wird dies nicht mehr benötigt, da die Baumaschinen nun in der Lage sind, große Felsen oder Baumstümpfe aus dem Weg zum Räumen. Auf dem Türsturz steht die Jahreszahl 1956 eingemeißelt mit den Inititalien O.E. Diese könnten auf den Förster Otto Eitner hindeuten, der diese Abmauerung mit einer dreifachen Stahltür errichtete oder errichten ließ. Wer die Türe aufgeschweißt hatte (trotz evtl. Sprengstoff darin), ist leider nicht bekannt.

Über den Rudolfsattel zurück

Nach wenigen weiteren Metern erreichten wir den Rudolfsattel, der mit seiner großen, weiten Fläche ganz anders aussieht, als die Teilstücke davor. Es handelt sich hier um 5 bzw. 6 abzweigende Wanderwege und wir bogen direkt rechts ab, auf den Stellweg. Diesem folgten wir bis Km11,6 und kehrten rechts bergab. Wir kreuzten erneut die Hauptstraße von Bischofsgrün nach Weißenstadt und kamen an die Stelle, an der wir zu Beginn den Kroppenbach überquert hatten. Nach links haltend erreichten wir nach einigen hundert Metern das Auto. Die Hunde waren sichtlich froh auf Grund der nasskalten Witterung und mir ging es ausnahmsweise nicht anders. Darum sollte die Tour mal im Frühjahr oder Sommer wiederholt werden.

Zum Abschluss hier noch die GPS Daten bei Komoot und das Video der tollen Wanderung. Gerne dürft ihr mir auf Komoot auch folgen und alle Touren erleben, die hier im Blog nicht erwähnt werden.

Euer Michl