Alltagsbewältigung – Baby vs. Hund
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Alltagsbewältigung – Baby vs. Hund

Viele haben uns angesprochen, wie wir das denn mit zwei Hunden und einem Baby so meistern, ob wir nicht darüber ein bisschen schreiben können. Gesagt, getan.. hier können wir nur über unsren Ablauf berichten.

Eigentlich ist es ganz easy, oder doch nicht??

Die ersten vier Wochen

Nun, du bist mit deinem kleinen Schatz zuhause angekommen, alles ist Neu und nicht nur die Hunde, sondern auch du oder ihr als Familie müsst euch erst an den Alltag mit Baby und Hund gewöhnen. Eine ganz große Hilfe war hier mein Mann. Sinnvoll ist es, dass er, wenn machbar, anschließend nach der Geburt 3-4 Wochen Urlaub oder Elternzeit nimmt. So kannst du erstmal mit deinem Baby ankommen, denk daran das du dich im Wochenbett befindest und diese solltest du auch sehr genießen. Wochenbett bedeutet eigentlich acht Wochen Bettruhe, kuscheln, stillen, wickeln, gelegentliche Spaziergänge und nur das nötigste tun. So sollte das sein, doch mal ehrlich, wer hält sich denn so richtig daran? Mit Hunden ist es doch etwas schwierig, und wenn es dann noch ein 2. oder 3. Kind gibt, dann existiert das Wort Wochenbett schon gar nicht mehr 🙂 nichts desto trotz sollte man, so gut es geht, sich schonen, um eventuelle gesundheitliche Folgen zu vermeiden.

Als Mama macht man in den ersten 4 Wochen also nichts anderes als Stillen/Fläschchen geben, Wickeln und Schlafen. Ich hatte mit den Hunden wenig zu tun, das hat alles mein Mann erledigt, darüber war ich auch echt dankbar und konnte von Glück reden das meine Leila nicht so „Frauchenbezogen“ ist – sie ist sehr käuflich, vor allem mit Leckereien!

Der Michl hat die Hunde am Morgen in den Garten gelassen, er hat im Haushalt geholfen wenn was zu machen war, oder ging gleich am Morgen eine große runde Gassi und brachte dann Frühstück mit, oder wir sind gemeinsam an der frischen Luft Spazieren gegangen. Zwischendurch war natürlich kuscheln mit unserer Tochter und wickeln angesagt! So vergingen die drei Wochen leider viel zu schnell und Michl musste wieder auf die Arbeit gehen. Nun lag es an mir, zwei Hunden, zwei Katzen und einem neugeborenen gerecht zu werden.

Der Alltag und seine kleinen Wehwehchen…

Dazu muss man eins noch sagen, unsere Hunde sind es gewohnt, dass nur einmal am Tag eine große runde Gassi gegangen wird. Wenn mein Mann auf der Arbeit ist, sieht unser Tag wie folgt aus:

  • zwischen 6 und 7 Uhr, Michl füttert und lässt die Hunde kurz in den Garten
  • ich stehe auf wenn das Baby wach ist, meist ab ca. 8 Uhr
  • wickeln, umziehen, stillen.. Baby ablegen und selbst irgendwie einen Menschen aus sich machen 😉
  • mittags wenn das Baby wieder mal schläft schnell mit den Hunden ca. 10 min in den Garten
  • zwischendurch Essen, Haushalt erledigen, Kochen oder Schlafen
  • ab 16.30 Uhr kommt Michl nach Hause schnappt sich die Hunde und geht Gassi (manchmal gehen wir auch mit)

Eigentlich ganz easy, oder? Tja.. wenn nur bei uns nicht die kleinen Wehwehchen wären….

….angenommen man hat einen kranken Hund wie wir zuhause, dann käme noch unsere Dachgeschosswohnung dazu und ein Baby das in einer Phase steckt oder einfach unleidlich ist und ganz viel Mama braucht – in Zeiten wo ablegen geradezu unmöglich ist. Aber auch das kann man meistern wenn man die nerven behält 😉

Ja, es gibt dann diese besonderen Tage an denen mich mein Hund in den Wahnsinn treibt, da kann dann mal ein Vormittag so aussehen:

  • 6/7 Uhr Michl füttert die Hunde, geht in den Garten und auf die Arbeit
  • 10min. später – Leila fiept, gehen raus und wieder rein
  • entweder wir legen uns wieder hin oder wir sind wach
  • wickeln, umziehen, stillen.. währenddessen – Leila fiept…
  • Leila fiept…
  • Leila fiept…

…. und fiept und fiept und fiept und drängelt doch endlich raus gehen zu dürfen. Den ganzen Tag brauch ich gar nicht aufzählen, denn das geht immer so weiter. Sehr oft fängt das auch in der Nacht an und zieht sich über 2-3 Tage und Nächte. Auch hier war es Michl, der Nachts bis zu 10x aufstand und raus ging um unsere Hexe grasen zu lassen.  Es gab auch schon einige Unfälle obwohl ich zuhause war, weil in dem Moment mein Baby Vorrang hatte. JA- das ist extrem anstrengend und zerrt ganz schön an den Nerven!

Tipp´s und Trick´s

Wer tatsächlich auch einen „anspruchsvolleren“ Hund wie unsere Leila zuhause hat, dann habe ich hier ein paar nützliche Tipps die den Alltag mit Baby ungemein erleichtern können.

Wichtig ist, man muss wirklich Ruhe bewahren. Ich kenne Leila nun sehr gut und kann einschätzen ab wann es extrem dringend ist zu handeln. Immerhin mache ich das ganze nun seit 2014 mit! Wir haben einfach noch nicht herausgefunden was sie genau hat und können ihr deswegen auch nicht richtig helfen. Also, wichtig ist – bleib ruhig! Sonst kann es ganz schnell passieren, dass du deine Unruhe auf das Baby UND deinen Hund überträgst, und dann wird es erst recht schwierig zu handeln.

Mein absolutes Lieblings – „Hilfsmittel“ war ein Tragetuch/Tragehilfe und eine Tragefleecejacke zum  schnellen an und ausziehen!!! Im Sommer sah ich das ganze nicht so eng, schnell mal in den Garten mit dem Baby zu gehen ohne irgendetwas, wenn es etwas kühler wurde am Abend, dein Baby einfach in eine Decke wickeln und raus geht´s. Doch sobald es Herbst wurde und kühler, wird das schnell hektisch mal eben kurz raus zu gehen! Deswegen dann die Tragejacke! Zugegeben, wir haben eh recht viel getragen, besonders dann wenn Leila mal wieder krank war. Denn dann kann ich mir nur schnell die Tragejacke überziehen und schon bin ich und meine Tochter gut eingepackt und es kann raus gegangen werden. Auch erleichtert das Tragen im Tuch oder einer Hilfe den Alltag besonders gut, ob im Haushalt oder beim Gassi, dein Baby ist wohl behütet in der richtigen „Anhockspreizhaltung“ bei dir und schläft vielleicht auch ein 🙂 Welche Tragehilfe oder Tragetuch zu euch passt, könnt ihr ganz einfach bei einer Trageberaterin herausfinden wenn euer Baby geboren wurde. Wir haben ein Hoppediz und Didymos Tragetuch und seit kurzem nun eine Kokadi Flip Tragehilfe!

Was auch hilfreich ist, dein Baby einfach kurz in einen Stubenwagen ablegen, wenn es denn gut drauf ist und dann schnell mit in den Garten zu flitzen, auch das konnte ich einige male machen.

Ansonsten kann ich vielleicht auch einen Gassigeher ans Herz legen, dass könnte gerade für alleinerziehende sehr hilfreich sein, oder Familie, Freunde, Bekannte um Hilfe bitten! JA – man darf ruhig mal um Hilfe fragen, das ist keine Schande und sie auch annehmen wenn sie Angeboten wird.

Zu guter letzt, vielleicht wohnst du mit deinem Hund auch in einer total günstigen Lage in einer Erdgeschosswohnung mit anschließendem Garten oder sogar in einem eigenen Haus mit Garten, dann braucht dich das alles nicht zu interessieren denn dann, habt ihr es perfekt! Tür auf – Hund raus – Tür zu – für dein Baby da sein! 😀

Jetzt habt ihr einen kleinen Einblick wie wir so unseren Alltag mit den Hunden meistern. Bis bald

Eure Jana